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Die kleine Krankheitslehre von Dr. Kollmann in Wien

Psychose

Krankheitsgruppe, die mit einem stark veränderten Realitätsbezug einhergeht. Eine ärztlicherseits noch immer angewandte Unterscheidung bei der schizophrenen Psychose (Häufigkeit: ca. 1% der Bevölkerung), nach der vor allem auch der Erfolg der psychopharmakologischen Behandlung beurteilt wird, ist diejenige in Positiv- und Negativsymptomatik.

Depression

Sehr weit verbreitete affektive Erkrankung (etwa 15% der Menschen erleben mehrere Episoden im Laufe des Lebens), die sich durch gedrückte Stimmung und Freudlosigkeit, sowie eine Antriebsschwäche (vor allem morgens) auszeichnet. Es finden sich häufig Schlafprobleme und Konzentrationsminderung. Die einzelne Episode lässt sich in 3 Schweregrade unterteilen.

Bipolar affektive Störung

Betrifft ca. 1% der Bevölkerung. Sie ist gekennzeichnet durch depressive und manische (hypomanische) Phasen. Die manischen Phasen zeichnen sich durch gehobene Stimmung aus und unter anderem durch Ideenflucht (gelockerte Assoziationen).
Traditionell nahm man eine Unterscheidung zwischen affektiven (Depression, Bipolar affektive Störung) und psychotischen Krankheiten an, die so streng aber nicht zu ziehen ist.

Somatisierung

Körperliche Symptome (Schmerzen) an einer oder mehreren Lokalisationen, die keinen Informationswert für den somatisch tätigen Arzt haben (denen keine somatische Krankheit zugrunde liegt).

Angststörung

Sehr häufige Erkrankungsgruppe, die durch Angst und ein unterschiedliches Ausmaß von Vermeidungsverhalten charakterisiert ist. Die Grenze zum normalen Erleben ist dabei unscharf wie bei der weit verbreiteten spezifischen Phobie (zum Beispiel Höhenangst) oder doch sehr deutlich wie zum Beispiel bei der Agoraphobie (Platzangst).

Zwangsstörung

Eher seltene Gruppe, die gekennzeichnet ist durch zeitintensive Zwangsgedanken (meist „peinlichen“ Inhalts) und Zwangshandlungen (die einen stark ritualisierten Charakter haben).

Persönlichkeitsstörung

Sehr häufige Störung des Erlebens oder Verhaltens, die sich situationsübergreifend findet und mit Beziehungsproblemen assoziiert ist.

Burn-Out

keine psychiatrische Erkrankung im eigentlichen Sinne, aber oft ein Indikator für eine dahinterliegende psychiatrische Erkrankung (z. B. Erschöpfungsdepression).

Mobbing

Ähnlich wie mit dem Burn-Out verhält es sich mit Mobbing, das auch keine psychiatrische Entsprechung hat, sehr wohl aber oft mit Zuständen einhergeht, die depressiv anmuten oder ängstlich gefärbt erscheinen.

Demenz

mit dem Alter (>65 Jahre) in der Häufigkeit zunehmende Krankheit, die mit Beeinträchtigungen in mehreren kognitiven Bereichen einhergeht. Eine Diagnosestellung setzt eine gute Anamnese (mit Befunden), Fremdanamnese und neuropsychologische Untersuchungen voraus.

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